12. Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur Baden-Württemberg 2002

 

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Exkursion nach Marbach:

Deutsches Literaturarchiv & Schiller-Museum

Leitung: 

OStD Erhard Hönes, Kuratorium  

RSD Dr. Alois Schweizer, Kuratorium

StD Rudi Kienzle, Literaturarchiv Marbach  

Die Marbacher Institute und die Deutsche Schillergesellschaft

Die Deutsche Schillergesellschaft e.V. ist Trägerin des Schiller-Nationalmuseums und des Deutschen Literaturarchivs.

Die Marbacher Institute verfolgen das gemeinsame Ziel, Texte und Dokumente der neueren deutschen Literatur zu sammeln, zu ordnen und zu erschließen. Die Ergebnisse werden im Museum durch Ausstellungen und Kataloge, vom Archiv durch wissenschaftliche Veröffentlichungen, Lese- und Studienausgaben und mancherlei Verzeichnisse in verschiedenen Schriftenreihen der Deutschen Schillergesellschaft der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das Museum wurde 1903 eröffnet; zunächst war es ein Museum und Archiv für Schiller und die Dichter aus Schwaben. Seit Mitte der fünfziger Jahre ist es der gesamten deutschen Literatur von der Klassik bis zur Gegenwart gewidmet. Damals wurde das Deutsche Literaturarchiv gegründet, das seit 1972 in einem eigenen Bauwerk untergebracht ist, und das in den Jahren 1979/1980 und 1990/1994 erweitert wurde.

Die Sammlungen stehen jedem wissenschaftlich oder literarisch Arbeitenden im Rahmen der üblichen Archivbestimmungen in den Räumen des Deutschen Literaturarchivs zur Einsicht offen. Den allgemeinen Zugang und die mögliche Auswertung der Materialien regelt die Benutzungsordnung. In besonderen Fällen können Forschungsaufenthalte im Deutschen Literaturarchiv durch Marbach-Stipendien unterstützt werden. Im Collegienhaus stehen allen Gästen, die längere Zeit im Literaturarchiv arbeiten wollen, Appartements zur Verfügung.

Mehrere Forschungs-, Editions- und Erschließungsprojekte werden durch die finanzielle Förderung von dritter Seite (meistens der Deutschen Forschungsgemeinschaft) ermöglicht.

Neben der Erschließung der Bestände stellt die Bestandserhaltung eine bedeutende, abteilungs­übergreifende Aufgabe dar.

Die Marbacher Institute der Deutschen Schillergesellschaft bilden eine einheitliche Institution mit dem Namen Schiller-Nationalmuseum und Deutsches Literaturarchiv. Die Institution umfasst Stabsabteilungen: Verwaltung sowie Planung und Technik; Sammelnde Abteilungen: Handschriftenabteilung, Bibliothek, Bild-Abteilung, Cotta Archiv Museum: Museums-Abteilung.

Schiller-Nationalmuseum Marbach am Neckar:

Hermann Hesse - Diesseits des „Glasperlenspiels

23. Juni bis 27. Oktober 2002

 Im Jahr von Hesses 125. Geburtstag bescheidet sich eine Marbacher Kabinettausstellung mit seinem zuletzt veröffentlichten Roman und zeichnet dessen lange Entstehungsgeschichte nach. Diesseits des zwischen 1931 und 43 entstandenen ›Glasperlenspiels‹ findet sich die Masse dessen, was Hesse vom Schreiben abgehalten, zum Schreiben gezwungen hat: Briefe von zahlreichen Verehrern, die es zu beantworten galt, Nachrichten aus dem nationalsozialistischen Deutschland, zeitraubende Besuche von Fremden wie von Freunden, Geldsorgen, Produktionskrisen. Buchstäblich vom Leib gehalten hat Hesse sich diese Welt mit der Arbeit am ›Glasperlenspiel‹, ihr Strich für Strich, Wort für Wort mit verblüffend beziehungsreichen Schreibverfahren einen Raum der Imagination entgegengesetzt, der außerhalb der historischen Zeit liegt.

Die sichtbaren Seiten dieses Schreibens bestechen durch den liebevoll bescheidenen, sorgsamen Umgang mit Papier, mit Buchstaben, Bildern, Gegenständen überhaupt. Sie sind nun auf der Marbacher Schillerhöhe, wo ein Großteil von Hesses Nachlass liegt, vier Monate lang für die Öffentlichkeit ausgestellt.

Zur Ausstellung erscheint das Marbacher Magazin 98/2002: Hermann Hesse. Diesseits des >Glasperlenspiels<. Bearbeitet von Heike Gfrereis, 88 Seiten, 59 Abbildungen. 6 15 Euro.

Hermann Hesse Postkarte Vorderseite

Hermann Hesse Postkarte Rückseite

Postkarte von Hesse, verschickt kurz nach dem Abschluss der Arbeit am „Glasperlenspiel“: Margariten (lat. Perlen), das Fruchtbarkeitssymbol der Ähren und eine Schweizer Briefmarke „Zum Durchhalten Altpapier sammeln!“.

 

Hermann Hesses Glasperlen?

Girlande aus Walzglasperlen auf einer Mappe aus Hesses Nachlass

Handschriftenabteilung

Die Handschriftenabteilung verwahrt 1995 gegen 1 000 Autorennachlässe, Teilnachlässe und geschlossene Sammlungen sowie eine große Zahl von Einzelautographen aus dem Bereich der neueren deutschen Literatur. Den Ausgangspunkt bilden die Bestände des Schwäbischen Dichtermuseums: von Manuskripten, Briefen und Lebensdokumenten Schubarts und Wielands über die Sammlungen zu Schiller, Hölderlin und Mörike, die Nachlässe der schwäbischen Romantiker (Uhland, Kerner, Hauff) bis zu Hermann Kurz und Hermann Hesse.

Dazu haben sich im Laufe der bald hundertjährigen Geschichte neue Schwerpunktbereiche herausgebildet: Die deutsche Exilliteratur etwa, die zu sammeln eines der Gründungsmotive für das Archiv gewesen ist. Zu nennen sind hier z. B. die Nachlässe von Hannah Arendt, Alfred Döblin, Walter Hasenclever, Siegfried Kracauer, Kurt Pinthus, René Schickele, Kurt Tucholsky, Karl Wolfskehl oder Carl Zuckmayer. Mit den Nachlässen von Bernhard Blume und Heinz Politzer kehrten die Papiere von zwei Literaturwissenschaftlern aus dem Exil zurück. Sie vermehren den beträchtlichen Bestand von Germanistennachlässen, deren Sicherung seit Bestehen der Marbacher Arbeitstelle zur Geschichte der Germanistik verstärkte Aufmerksamkeit gilt. (Marbach verwahrt u.a. die Nachlässe von Julius Petersen, Eduard Berend, Walther Rehm, Richard Alewyn, Friedrich Beißner, Wolfgang Kayser, Käte Hamburger, Peter Szondi, Norbert Elias.)

Die Stiftung des Cotta-Archivs, aber auch überkommene Bestände des Schiller-Nationalmuseums führten zum kontinuierlichen Erwerb von weiteren literarisch bedeutsamen Verlags- und Redaktionsarchiven: Neben der Manuskript- und Briefsammlung von Anton und Katharina Kippenberg, den Besitzern des Insel Verlags, beherbergt Marbach heute u. a. große Teile der historischen Verlagsarchive von S. Fischer, der Verlage Albert Langen und Georg Müller, Eugen Diederichs, Claassen, Willi Weismann und des März Verlages; dazu kommen die Redaktionsarchive der Zeitschriften 'Pan', 'Neue Literatur', 'Der Ruf', 'Die Wandlung', 'Merkur', 'Neue deutsche Hefte'. Viele Autoren dieser Verlage und Zeitschriften sind mit ihren Nachlässen oder mit Sammlungen, neben vielen anderen, im Archiv vertreten. Das Spektrum reicht von Alfred Walter von Heymel und Rudolf Alexander Schröder, den Begründern der 'Insel', über Rudolf Borchardt, Ricarda Huch, Hofmannsthal, Stefan Zweig, die Brüder Mann, Jakob Wassermann, Franz Kafka, Oskar Loerke, Wilhelm Lehmann und Gertrud Kolmar, über Will Vesper und Hans Grimm, Gertrud von le Fort, Elisabeth Langgässer und Marie Luise Kaschnitz, über Gottfried Benn, Martin Heidegger, Karl Jaspers und die Brüder Jünger, Joseph Breitbach, Wilhelm Hausenstein, Friedrich Sieburg, Benno Reifenberg und Dolf Sternberger bis zu Alfred Andersch, Jean Améry, Günter Eich, Peter Huchel, Paul Celan, Johannes Bobrowski, Erich Nossack und den "Vorlässen" von Sarah Kirsch, Stephan Hermlin, Franz Tumler, Peter Rühmkorf oder Karl Krolow.

Ansicht DLA - vergrößerbar

  Schiller Nationalmuseum und Deutsches Literaturarchiv


LINK

-> http://www.dla-marbach.de

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